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Vegetarische Tafelrunde
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Sudenburger Kartoffelhaus Bericht von Bettina Fassl
Wenn das Beste an einem Lokal der Kartoffelschnaps ist, dann wird man es wohl nicht ein zweites Mal aufsuchen...
Um es vorweg zu nehmen: Meine Ankündigung, beim nächsten Mal stürmen wir das Kartoffelhaus, brachte wiederum einige Begeisterungsstürme der Veggis mit sich. Einige, die vorab aus terminlichen Gründen absagen mussten, waren richtig traurig, denn sie erwarteten gerade von einem Restaurant, dass sich der Zubereitung von Erdäpfeln in allen möglichen Variationen verschrieben hat, eine gigantische Auswahl für unseres gleichen.
Hinzu kam, dass mich ein Neuling kontaktiert hatte - eine junge Veganerin aus Braunschweig, die derzeit hier lebt.
Nun wissen wir Veggis nur zu gut, dass es so manches Mal in einem Lokal schwierig bei der Auswahl wird. Und unsere veganen Mitbürger/innen? Die verzichten schon weitgehend auf Restaurantbesuche, denn ein Gericht nicht nur ohne Fleisch oder Fisch, sondern auch noch ohne (meist überbackenem) Käse, Ei etc. zu finden, dass grenzt auch heute noch in deutschen Lokalen fast an ein Wunder. Nun, aber hier waren wir doch optimistisch: beispielsweise Kartoffeln mit diversem Gemüse in Öl gebraten, das sollte wohl in einem Kartoffelhaus auch einmal für einen veganen Gast zu erwarten sein, auch wenn es nicht auf der Karte steht. Dachten wir. Und wurden eines "Besseren" belehrt...
Soviel zum Vorgeplänkel.
Die Gaststätte ist auf rustikal gemacht, in diversen Nischen kann man durchaus gemütlich sitzen. Die Begrüßung kann nicht beanstandet werden. Die Speisekarte ist reichlich, nur leider wurden - gemessen am Thema "Kartoffel" und was man so daraus machen könnte - nur mit Mühe und Not ein paar versteckte veggie-taugliche Gerichte entdeckt. Unsere Kellnerin bemühte sich durchaus, auch für unseren veganen Gast ein Gericht zusammenzustellen, aber die Küche gab sich wohl etwas unwillig. Wir Veggies bestellten zwar alle unterschiedliche Gerichte, erhielten aber im Wesentlichen alle in etwa das Gleiche, jeweils leicht abgewandelt. Das wird vermutlich auch den Fleischessern so ergehen - ein paar fettige Röstis und als Beilage irgend ein totes Tier, na, wer es nicht lassen kann...
Unsere Veganerin bekam einen Dip auf Milchbasis... Wenn der Koch nicht steinalt ist, dann ist das ein trauriges Beispiel für schlechte Ausbildung unserer Köche, denn das ein Veganer eben auch keine Milchprodukte zu sich nimmt, sollte ein Koch in hiesigen Breiten heutzutage schon mal gehört haben...
Der Kartoffelschnaps, den wir uns zum Abschluss gönnten, der allerdings war sehr lecker, aber sicher nicht selbst gebrannt...
Fazit: Wer nur mal satt werden will, der wird als Veggie schon etwas finden. Nur das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt einfach nicht.
Schade, denn was man so aus Kartoffeln zaubern kann, das wissen doch gerade wir Veggies nur zu gut. Und bei dem nicht gerade üppigen Angebot in Magdeburger Lokalen für uns Veggies würde sich so ein gut geführtes Haus im Nu als Geheimtipp herumsprechen. Aber vielleicht hat man es nicht nötig?
Ich würde lieber in Zukunft Pommes bei Mc Donald´s kaufen als es im getesten Lokal noch einmal zu versuchen.
Bewertungen: (von 1 bis 5, Bestnote =5) - Allgemeines (Parkmöglichkeiten, Atmosphäre, Sauberkeit, Hunde erlaubt, Verabschiedung: durchschnittliche Punktzahl: 3,0
- Fachkompetenz, Beratung und Freundlichkeit des Personals, Wartezeit zwischen Bestellung und Bedienung: durchschnittliche Punktzahl: 3,0
- Angebot an vegetarischen Speisen in der Karte bzw. individuelle Empfehlung durch Personal: durchschnittliche Punktzahl: 1,19
- visueller Gesamteindruck der Speisen, Geschmack, Geruch und Zusammensetzung von Menübestandteilen: durchschnittliche Punktzahl: 2,71
- Verhältnis von Menge, Qualität und Preis der Gerichte: durchschnittliche Punktzahl: 2,86
Punktedurchschnitt: 2,55
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