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Vegetarische Tafelrunde
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Weihnachten 2009: Villa Italia - (K)eine Empfehlung...
von Bettina Fassl
Weihnachten stand wieder einmal schneller als erwartet vor der Tür. Für uns Anlass, im großen Familienkreis essen zu gehen. Aufgrund unserer Testerfahrungen entschieden wir uns in diesem Jahr für die Villa Italia in der Porsestraße. Schon zu anderen Anlässen hatten wir unsere Zeit hier verbracht und so freuten wir uns, auch unserem Besuch aus der Schweiz das reizende Lokal und das leckere Essen vorzustellen. Doch was war das? Es gab dieses Mal nur eine kleine Weihnachtskarte, in der Fleisch (Tierkinder! Kalb!) und Fisch dominierten. Auch auf Nachfrage zeigte man sich recht unbeweglich; es gäbe das, was auf der Karte stünde, Punkt. Beim Salat könne man ja das Hühnchen weglassen, naja...
Der noch Fleisch essende Zweig der Familie mampfte sich durchaus zufrieden durch das Karte, wir übrigen wichen auf Steinpilzsuppe und kleinen Salat aus. Statt der bestellten Flasche Wein brachte man gleich zwei Flaschen - wollte man den Einnahmeverlust an den Speisen vielleicht an Getränken wieder wett machen? - und als wir schon beim Cappuccino waren und ohnehin bereits an die Rechnung dachten, wies man darauf hin, dass der Tisch für den nächsten Gästedurchgang benötigt würde. Ist das gastfreundlich? Andere Lokale schaffen es doch auch, an Weihnachten zwei Durchgänge so zu legen, ohne dass sich die Gäste als Störfaktor fühlen.
Unser Gast aus der Schweiz wollte einen Teil der Rechnung übernehmen, das Lesegerät nahm indes nur deutsche Kreditkarten an. Mich gruselt die Vorstellung, dass hierdurch eine rein ausländische Touristengruppe nicht hätte bezahlen können. Ein Hinweis darauf an der Eingangstür wäre hilfreich, um solche Vorfälle zu vermeiden und den ausländischen Gästen eine große Unannehmlichkeit zu ersparen. Nicht jeder hat - wie unser Gast - heimische Familienmitglieder im Schlepptau...
Fazit: So schön das Lokal, die Karte und die Atmosphäre von Frühjahr bis Herbst sind, so überfordert ist man wohl an besucherstarken Feiertagen. Selbst mit viel Verständnis kann sich mancher Gast, der ja sein sauer verdientes Geld in das Restaurant trägt, nicht mehr tolerant zeigen. Wir werden sicher in 2010 wieder mal gern vorbeischauen, v. a., wenn das Wetter ein Verweilen im Garten gestattet, aber zur Weihnachtszeit sollte man vielleicht besser nicht wieder "stören".
Ob die Kellnerin - wie versprochen - den abschließenden freundlichen Hinweis auf die Erwartung, im 3. Jahrtausend in einem guten Lokal auch an Weihnachten wenigstens ein vegetarisches Hauptgericht auf der Karte zu finden, wirklich weitergereicht hat - zumal die italienische Küche hier punkten kann und gerade die Villa Italia im Alltag ein recht gutes Angebot hat - werden wir wahrscheinlich nicht ausprobieren. Das überlassen wir gern anderen.
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